Vier Schülerinnen und Schüler unserer Schule hatten am 17. und 18. März die Möglichkeit, an der Netzwerkkonferenz der Club of Rome Schulen in Kassel teilzunehmen. Unter dem Motto „Zukunftskompetenzen fördern – Künstliche Intelligenz im Schulalltag verantwortungsvoll einsetzen“ trafen sich Lehrkräfte, Eltern und Schüler aus ganz Deutschland, um über Chancen und Risiken von KI zu beraten.
Nach einer eher ereignislosen Zugfahrt am Montagmorgen begann der erste Tag der Tagung mit einer Begrüßung durch Andreas Huber, den Leiter der Deutschen Gesellschaft Club of Rome. Danach hielt Prof. Dr. Doris Weßels ihre Keynote mit dem Titel „Wie Chatti, Telli & Co. die schulische Bildung verändern“, in der sie gezeigt hat, wie rasant sich KI entwickelt und wie sehr sie unseren Schulalltag beeinflussen wird. Sie erklärte, dass KI immer mehr Aufgaben schneller, günstiger und teilweise genauer erledigen kann als Menschen, zum Beispiel beim Schreiben, Recherchieren oder Auswerten von Daten. Gleichzeitig betonte sie aber, dass KI nur ein Werkzeug ist, das menschliche Fähigkeiten nachahmt, und dass wir Menschen die Verantwortung behalten müssen.
Wichtig war ihr, dass Schulen sowohl die Chancen als auch die Risiken von KI ernst nehmen. Chancen sieht sie zum Beispiel darin, dass wir uns einfacher Informationen und Feedback holen können und Unterstützung bekommen, wenn wir Texte schreiben oder lernen. Auf der anderen Seite warnte sie vor Deepfakes, Desinformationen, Cyberangriffen und einer zu großen Abhängigkeit von KI, bei der wir irgendwann vielleicht gar nicht mehr genau wissen, was noch echt ist und was nicht.
Nach dem Vortrag ging es für uns in den Schülerworkshop „Zurück in die Zukunft – Welche Zukunftskompetenzen brauchen wir?“. Dort sollten wir uns vorstellen, wie ein ganz normaler Tag in unserem Leben in zehn Jahren aussehen könnte – mit KI überall im Alltag. In Gruppen haben wir z.B. Tagebucheinträge, Comics oder Plakate erstellt, in denen KI-Wecker unseren Schlaf optimieren, Busse autonom fahren oder Einkäufe automatisch über Gesichtserkennung bezahlt werden. Gleichzeitig haben wir aber auch darüber diskutiert, wo wir KI auf keinen Fall wollen, etwa bei wichtigen Operationen, in der Politik, in der Justiz oder bei zwischenmenschlichen Beziehungen.
Aus diesen Zukunftsbildern haben wir dann eine Liste von Fähigkeiten gesammelt, die wir in einer Welt mit viel KI unbedingt brauchen: kritisches Denken, Kreativität, digitale Kompetenzen, Teamarbeit, Empathie und die Fähigkeit, Informationen zu prüfen, statt alles einfach zu glauben. Zum Schluss haben wir überlegt, was das für unsere Schule bedeutet und welche Veränderungen wir uns wünschen, damit wir wirklich auf diese Zukunft vorbereitet werden.
Besonders spannend fand ich das Modell von Prof. Weßels mit verschiedenen Stufen, wie viel KI man in Prüfungen benutzen darf – von „ohne KI“ bis hin zu „kreativer KI-Nutzung“. In den höheren Stufen sollen Schülerinnen und Schüler KI zwar bewusst einsetzen, aber trotzdem zeigen, was sie selbst können: eigenes Denken, gute Ideen und kritisches Hinterfragen. Am Ende des Tages hatte ich das Gefühl, dass KI uns unglaublich helfen kann – aber nur, wenn wir lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen und nicht aufhören, selbst zu denken.